Die unter Terrorverdacht inhaftierte Beate Z. aus Thüringen ist einem Bericht zufolge nicht an der Mordserie von Neonazis beteiligt gewesen. Die Süddeutsche Zeitung zitierte den Präsidenten des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, mit den Worten, die Erkenntnis, dass Z. an den Morden beteiligt war, "haben wir bisher nicht, deutlich nicht".

Die Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft und wird beschuldigt, gemeinsam mit Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos die rechte Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) gegründet zu haben, die von Zwickau aus operierte. Den beiden Männern, die sich nach vor ihrer Festnahme offenbar selbst töteten, werden Morde an neun Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie an einer Polizistin zugeschrieben.

Beate Z. soll keinen "informellen Deal" bekommen



Beate Z. stellte sich selbst. Bei der Zwickauer Polizei sagte sie laut Süddeutscher Zeitung dann aus, die beiden Terroristen seien für sie "ihre Familie" gewesen. Demnach soll die 36-Jährige nach dem Anzünden des letzten Verstecks der Gruppe ebenfalls eine Selbsttötung erwogen haben. Sie habe mehrmals Wohnungen in Ostdeutschland für sich, Böhnhardt und Mundlos angemietet, berichtet die Zeitung. Dabei habe sie Dokumente mit mindestens sechs Deck- und Aliasnamen verwendet, die ihr zumindest zum Teil von Unterstützerinnen zur Verfügung gestellt worden seien. 



Das Magazin Focus hatte zunächst berichtet, dass die Bundesanwaltschaft, Z. ein Angebot machen wolle. Falls die Kronzeugenregelung nicht greift, weil sie keinen Drahtzieher verrät oder keine weitere Straftaten verhindert, könne ihr ein "informeller Deal" vorgeschlagen werden: Im Falle einer umfassenden Aussage würde Beate Z. eine frühe Begnadigung in Aussicht gestellt, schreibt das Magazin.

Die Bundesanwaltschaft hat das inzwischen bestritten. "Diese Überlegung gibt es nicht", sagte der Behördensprecher Marcus Köhler in Karlsruhe.