Der muslimische Schüler Yunus M. aus Berlin darf an seiner Schule nicht öffentlich beten. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig nach mehrjährigem Streit entschieden.

Er müsse die Einschränkung seiner Glaubensfreiheit hinnehmen, weil sonst durch die öffentlichen Ritualgebete der Schulfrieden gestört werde, urteilte der 6. Senat. Die Richter sagten, es handele sich um eine Einzelfallentscheidung.

Berücksichtigt wurde die besondere Situation am Diesterweg-Gymnasium in Berlin-Wedding. Die Schüler dort gehören fünf Weltreligionen in verschiedenen Glaubensrichtungen an. Da dies zu Konflikten geführt habe, sei die Schulleitung eingeschritten.

Grundsätzlich müsse der Staat wegen der Glaubensfreiheit aber religiöse Bezüge in Schulen zulassen, sagte der Vorsitzende Richter Werner Neumann.

Der Streit um das Beten in der Schule hatte vor mehreren Jahren begonnen. Vor dem Verwaltungsgericht Berlin hatte der Schüler im September 2009 zunächst Recht bekommen, die Schule musste einen Gebetsraum stellen. Vor dem Oberverwaltungsgericht verlor der Schüler im Mai 2010. Das Bundesverwaltungsgericht entschied jetzt in letzter Instanz.