Der wegen Mordes verurteilte US-Journalist Mumia Abu-Jamal wird nicht hingerichtet. Die Staatsanwaltschaft lasse ihre Forderung nach der Todesstrafe fallen, teilte Abu-Jamals Verteidiger mit. Die Staatsanwaltschaft bestätigte das.

Abu-Jamal wird aber voraussichtlich den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen. Die Staatsanwaltschaft habe "das Richtige getan", sagte der Anwalt. "Nach drei langen Jahrzehnten war es an der Zeit, das Streben nach der Todesstrafe für Abu-Jamal zu beenden."

Der zuständige Staatsanwalt  sagte: "Es ist Zeit, dass dieser Kampf ein Ende hat". Allerdings habe er niemals Zweifel gehabt, dass Abu-Jamal tatsächlich des Mordes schuldig sei.

Der Journalist war 1982 wegen Mordes an einem weißen Polizisten zum Tode verurteilt worden. Es waren immer wieder Vorwürfe laut geworden, in dem Verfahren habe es rassistische Vorbehalte gegeben. Der Geschworenen-Jury hatten damals zehn Weiße und nur zwei Afroamerikaner angehört. An den Aussagen der Zeugen im Prozess wurden später Zweifel laut.

Abu-Jamal, ehemaliges Mitglied der Black Panther, hatte stets seine Unschuld beteuert. Mit bürgerlichem Namen heißt er Wesley Cook. Weltweit erregte der Fall Aufsehen. Abu-Jamal wurde zur Symbolfigur im Kampf gegen die Todesstrafe in den USA.