Vier Berliner Jugendliche müssen ins Gefängnis. Die Richter am Landgericht der Stadt verurteilten sie nach Angaben eines Verteidigers wegen versuchten Mordes an einem Mann zu Freiheitsstrafen zwischen vier und sechs Jahren. Die zwischen 15 und 18 Jahre alten Täter hatten den 30-Jährigen im Februar in einer U-Bahn-Station bewusstlos geprügelt.

Der Angriff hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Das Opfer erlitt bei dem Angriff schwerste Kopfverletzungen und lag wochenlang im künstlichen Koma, Ärzte konnten den Handwerker nur mit Mühe retten. Sein gleichaltriger Kollege, der ihn begleitete, erlitt Prellungen. Er hatte zunächst aus dem Bahnhof fliehen können, wurde dann aber von den Schlägern aufgespürt. Die beiden Maler waren kurz vor Mitternacht auf dem Heimweg, als sie angegriffen wurden.

Die Schüler – Kinder aus Einwandererfamilien – hatten vor Gericht Schläge und Tritte zugegeben. Tötungsabsichten und Deutschenhass bestritten sie aber. Das Strafmaß blieb unter der Höchstforderung der Staatsanwaltschaft von knapp acht Jahren Haft.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, ein Verteidiger kündigte bereits Revision an.

Immer wieder prügelten Gewalttäter in den vergangenen Monaten in Berlin in Bahnhöfen und an Haltestellen. Bei dem bisher folgenschwersten Fall starb ein 23-Jähriger, als er im September auf der Flucht vor Schlägern vor ein Auto rannte. Ein Verdächtiger sitzt deswegen in Untersuchungshaft.

Deutschlandweit schockierte in diesem Jahr auch ein Überfall auf einen Installateur im zentralen U-Bahnhof Friedrichstraße. Im September wurde deshalb ein 18-Jähriger zu zwei Jahren und zehn Monaten Jugendstrafe verurteilt. Der Gymnasiast war betrunken, als er dem Handwerker mehrmals wuchtig gegen den Kopf trat. Der Mann überlebte, leidet aber weiter an den psychischen Folgen. Seinen Gewaltausbruch hatte der Schüler nicht erklären können.