Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den umstrittenen Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU). Es bestehe der Anfangsverdacht der Vorteilsannahme, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wuppertal. Sauerland stehe im Verdacht, gewusst zu haben, dass eine Parteispende an die CDU geleistet worden sei, "um ihn möglicherweise in irgendeiner Form zu beeinflussen".

Der Anfangsverdacht gegen Sauerland hatte sich laut Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Ermittlungen ergeben, die unter anderem wegen des Ankaufs eines Geländes zum Neubau des Landesarchivs geführt werden. Zwei Projektentwickler stehen dabei im Verdacht, Parteispenden geleistet zu haben, um Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen. Im Zusammenhang mit den Vorwürfen wurden am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen mehrere Objekte durchsucht.

"Wir haben den Ermittlern volle Kooperation zugesagt", sagte Sauerlands Anwalt Wolf Schiller. "Ich werde zunächst Akteneinsicht nehmen. Soweit Verdachtsmomente bestehen sollten, werden wir versuchen, diese so schnell wie möglich auszuräumen."

Die Spender, die Essener Unternehmer Stephan Kölbl und Marcus Kruse, hatten den Verdacht einer konkreten politischen Einflussnahme zurückgewiesen: Es sei ihnen um die allgemeine Förderung einer investorenfreundlichen Politik gegangen. Auch die SPD in Essen und Dortmund habe Spenden erhalten. Gegen die Projektentwickler Kruse und Kölbl wird seit Monaten wegen des Verdachts der Bestechung ermittelt. Sie hatten die Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen.

Sauerland war am Mittwoch darüber informiert worden, dass er im Zusammenhang mit Korruptionsermittlungen beim NRW-Landesarchiv als Beschuldigter gilt. Der Oberbürgermeister steht bereits seit der Loveparade-Katastrophe in Duisburg mit 21 Toten im Oktober 2010 unter erheblichem politischem Druck.