Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) haben anscheinend auf der Festplatte eines Computers der rechtsextremen Zwickauer Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) zwei weitere Bekenner-Videos entdeckt. Das berichtete die Zeitung Bild. BKA-Spezialisten konnten den Inhalt der Festplatte offenbar rekonstruieren, obwohl der Computer bei dem Brand im Haus des Neonazi-Gruppe Anfang November erheblich beschädigt worden war.

Die Ermittler stufen die Filme als "Vorläufer" des bereits bekannten, makaberen "Paulchen-Panther"-Videos ein, das aus dem Jahr 2007 stammt. In einem der neu aufgetauchten Videos verkünden die Filmemacher Sicherheitskreisen zufolge: "Unsere Taten sprechen für sich."

Nach Meinung der Ermittler belegen die offenbar auf "technisch hohem Niveau" produzierten Videos, dass die Zwickauer Terrorgruppe ihre Taten von Anfang an als terroristische Mordserie geplant hat.

Unterdessen hat sich die Zahl der festgenommenen, mutmaßlichen Unterstützer der Terrorzelle auf vier Personen erhöht. Am Sonntag ergriff die Polizei im sächsischen Johanngeorgenstadt Matthias D., der den Terroristen zwei Wohnungen in Zwickau verschafft haben soll.

Den zuletzt in Zwickau lebenden NSU-Mitgliedern Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt werden neun Morde an Migranten, ein Mord an einer Polizistin sowie zwei Sprengstoffanschläge in Köln zur Last gelegt. Mundlos und Böhnhardt nahmen sich nach derzeitigem Ermittlungsstand Anfang November das Leben, Beate Zschäpe wurde festgenommen.