Die Beamten griffen in Bochum zu. Bei dem 27-jährigen Deutschen Halil S. soll es sich um ein weiteres Mitglied der sogenannten Düsseldorfer Zelle handeln, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Der Festgenommene sei dringend verdächtig, Anschlagspläne der Zelle trotz der Festnahme der übrigen Mitglieder im Frühjahr der weiterverfolgt zu haben.

Er soll sich gefälschte Papiere beschafft und unter falschem Namen mehrere Wohnungen im Ruhrgebiet für die Vorbereitung eines Attentats angemietet haben, sagten die Ermittler. Bislang seien aber weder Sprengstoff noch Waffen gefunden worden. Laut der Nachrichtenagentur dpa stand der mutmaßliche Terrorist bereits seit Juli unter Beobachtung der Polizei. Gemeinsam mit anderen Verdächtigen soll er sich über Betrügereien auf der Internetplattform Ebay Geld für seine Terrorpläne beschafft haben.

Nach den bisherigen Erkenntnissen soll der 27-Jährige im Frühjahr von der Düsseldorfer Zelle für einen geplanten Anschlag rekrutiert worden sein. Er sollte vor allem für die finanzielle und logistische Absicherung des Attentats verantwortlich sein. Als seine Mitkämpfer versuchten, in einer Düsseldorfer Wohnung einen Bombenzünder herzustellen, ließ die Bundesanwaltschaft Ende April drei mutmaßliche Mitglieder der Gruppe festnehmen.

Der Bundesinnenminister mahnt zur Wachsamkeit

Laut Bundesanwaltschaft wurden zugleich in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 16 Wohnungen und zwei Geschäftslokale durchsucht. Insgesamt waren demnach etwa 150 Polizeibeamte an dem Einsatz beteiligt, darunter auch Polizeikräfte Nordrhein-Westfalens und Schleswig-Holsteins.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sagte, die Festnahme mache klar, dass die Gefahr durch islamistische Terroristen nicht gebannt sei. "Der Fall zeigt, dass Deutschland und Europa weiter im Fadenkreuz des islamistischen Terrorismus sind", sagte der CSU-Politiker am Rande der Innenministerkonferenz in Wiesbaden.