Bei einem Bombenanschlag im Zentrum von Istanbul sind laut Medienberichten mindestens fünfzehn Polizisten sowie ein Zivilist verletzt worden. Nach Angaben des Fernsehsenders NTV ereignete sich die Explosion in der Nähe der Zentrale der Regierungspartei AKP sowie dem islamisch orientierten Unternehmerverband Müsiad.

Die Bombe, die nach ersten Untersuchungen aus Plastiksprengstoff gebaut und an einem Motorrad befestigt war, explodierte unweit eines Mannschaftsbusses der Polizei. Der Sprengsatz wurde ferngezündet. Augenzeugen sprachen von einem Feuerball, der den Bus erfasst habe.

Von den insgesamt 21 Polizisten, die im Mannschaftsbus gesessen hatten, wurde aber offenbar niemand schwer verletzt, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Neben dem Polizeibus wurden den Angaben zufolge auch mehrere Autos beschädigt.

Die Beamten waren als Wachleute postiert. Fernsehbilder zeigten im Istanbuler Stadtteil Sütlüce ein ausgebranntes Autowrack sowie mehrere Krankenwagen. Durch die Wucht der Explosion wurden auch die Scheiben umliegender Gebäude eingedrückt.

Zu dem Anschlag bekannte sich bislang niemand. Die Methode des Anschlags und der verwendete Plastiksprengstoff könnten darauf hindeuten, dass die militante Kurdengruppe Arbeiterpartei Kurdistans ( PKK ) hinter der Gewalttat steckt. Die PKK, die seit 1984 gegen den türkischen Staat kämpft und die unter anderem von der Türkei und der Europäischen Union als Terrororganisation eingestuft wird, verwendet bei ihren Anschlägen häufig Plastiksprengstoff.

Der Istanbuler Gouverneur Hüseyin Mutlu sagte laut NTV, es gebe noch keine Hinweise auf die Täter. Auch sei es zu früh, um über eine mögliche Täterschaft der PKK zu reden. Erdogan deutete jedoch an, dass er die PKK hinter dem Anschlag vermutet: "Wir werden den Terror weiter entschlossen bekämpfen", sagte er. "Ich glaube, dass der Terror durch die Koordination aller unserer Sicherheitsbehörden jeden Tag an Stärke verlieren wird."