Das Bistum Trier will mehrere pädophile Priester weiter beschäftigen. Nach momentanem Kenntnisstand sei nicht vorgesehen, sie von ihren Stellen abzuziehen, teilte ein Sprecher des Bistums mit.

Der Spiegel hatte am Wochenende berichtet, dass der Bischof des Bistums Trier , Stephan Ackermann, mindestens sieben als pädophil aufgefallene Geistliche beschäftigt. Ackermann ist zugleich der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Unter den betroffenen Priestern sind dem Spiegel zufolge zwei wegen des Besitzes von Kinderpornografie verurteilte Priester und ein Geistlicher, der als Lehrer in einem Internat sexuelle Beziehungen zu einem Schüler gehabt haben soll.

Über Kontakt zu Minderjährigen werde rigide entschieden

Thomas Schnittzler von der Opferinitiative "MissBiT" nannte das Risiko, dem Kinder dadurch ausgesetzt seien, "absolut nicht vertretbar". Der Sprecher des Bistums sagte dazu, der Kontakt zu Minderjährigen sei bei den betroffenen Priestern ausgeschlossen. Zudem gäben wissenschaftliche Gutachten über ihre Einsatzmöglichkeiten Auskunft. "Im Normalfall wird sogar rigider entschieden als im Gutachten vorgesehen", sagte der Sprecher. Die Entscheidungen seien auf Basis der Leitlinien der DBK getroffen worden. Das Bistum machte zu der genauen Zahl der pädophilen Priester keine Angaben.

Erst im vergangenen Dezember hatte Ackermann nach einem Missbrauchsfall in Saarbrücken bekräftigt, eine "Null-Toleranz-Linie" durchsetzen zu wollen. Die vorliegenden Fälle seien damit aber nicht vergleichbar, sagte der Bistumssprecher. In Saarbrücken habe es bei der Anwendung der Leitlinien der Bischofskonferenz Fehler gegeben, bei den neuen Beschuldigungen nach momentanem Stand aber nicht.