Die Frankfurter Polizei hat mit der Räumung des Zeltlagers der bankenkritischen Occupy-Bewegung vor der Europäischen Zentralbank (EZB) begonnen. Nachdem die Aktivisten mehreren Aufforderungen, das Camp freiwillig zu verlassen, nicht folgten, begann die Polizei, die Bankenkritiker aus dem Camp zu führen. Vereinzelt mussten die Aktivisten von den Beamten auch herausgetragen werden.

Die Occupy-Anhänger versammelten sich während der Räumung in der Mitte des Camps und trommelten und pfiffen. Teilweise wurden Polizisten mit Farbe bespritzt.

Die Stadt Frankfurt hat aus Angst vor Ausschreitungen während der angekündigten Proteste der kapitalismuskritischen "Blockupy"-Bewegung in den kommenden Tagen den Aufenthalt in dem Occupy-Camp verboten. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat das Verbot, das bis zum 20. Mai gilt, in einem Eilverfahren am Mittwochmorgen bestätigt.

Das bis Sonntagnachmittag befristete Aufenthaltsverbot für das Zeltlager neben der Europäischen Zentralbank sei "im Hinblick auf Sicherheitserfordernisse" rechtens. Außerdem gebe es keine Erlaubnis, die Grünanlagen der Stadt dauerhaft zum Campen zu nutzen , teilte das Kassler Gericht. Gegen diese hatte ein Camp-Bewohner Beschwerde eingelegt.

An diesem Mittwoch soll eine Protestaktion unter dem Namen Blockupy mit einer Kundgebung und einem Musikumzug durch die Frankfurter Innenstadt beginnen. Die Veranstalter erwarten über das lange Himmelfahrtswochenende bis zu 30.000 Demonstranten in der Stadt. Die Polizei rechnet mit gewaltsamen Ausschreitungen. Das Blockupy-Bündnis will im Frankfurter Bankenviertel gegen die EU-Krisenpolitik und vor allem gegen die Europäische Zentralbank (EZB) und die Banken demonstrieren. Die Stadt Frankfurt hatte die Proteste allerdings verboten. Das Verwaltungsgericht Frankfurt bestätigte dieses Verbot in weiten Teilen. Demnach bleiben die geplanten Veranstaltungen und Blockaden am Donnerstag und Freitag untersagt.