Bei der Verleihung des Henri Nannen Preises hat erstmals die Bild -Zeitung eine Auszeichnung erhalten. Für ihren Beitrag vom 12. Dezember 2011 " Wirbel um Privatkredit – Hat Wulff das Parlament getäuscht? " in der Affäre um Ex-Bundespräsident Christian Wulff wurden die zwei Bild -Autoren Martin Heidemanns und Nikolaus Harbusch mit der Bronzebüste Henri bedacht.

Gleichzeitig mit ihnen sollten in der Kategorie "Beste investigative Leistung" die Journalisten Hans Leyendecker, Klaus Ott und Nicolas Richter von der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet werden, die die "Formel-1-Affäre" bei der BayernLB aufgedeckt hatten. Leyendecker lehnte die Auszeichnung jedoch stellvertretend ab, weil er nicht zusammen mit der Bild -Zeitung ausgezeichnet werden wolle.

Die mögliche Auszeichnung des Boulevardblatts Bild war bereits im Vorfeld umstritten. Die Grünen-Politikerin Antje Vollmer bezeichnete sie als "Ritterschlag mit Zugang zur Artus-Runde" für das Massenblatt. Bei der Veranstaltung gab es vereinzelt Buhrufe für die Entscheidung.

Der Henri Nannen Preis gehört in Deutschland zu den renommiertesten Auszeichnungen für Journalisten . Im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg übergaben der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr und sein Magazin Stern die mit insgesamt 35.000 Euro dotierten Preise. Vorstandschef Bernd Buchholz mahnte zum Auftakt der Gala, das geistige Eigentum der Autoren insbesondere in der digitalen Welt zu schützen, um unabhängige Berichterstattung zu gewährleisten.