Das Landgericht Dresden hat vier mutmaßliche Rädelsführer der verbotenen Neonazi-Gruppe Sturm 34 zu Bewährungsstrafen von sechs Monaten bis zwei Jahren verurteilt. Ein weiterer Angeklagter erhielt eine Geldstrafe. Die Richter sahen die Vorwürfe der schweren Körperverletzung, der Bildung einer kriminellen Vereinigung im Jahr 2006 sowie der Sachbeschädigung als erwiesen an.

Die Staatsanwaltschaft hatte für die 23 bis 44 Jahre alten Männer aus Mittweida in Mittelsachsen Bewährungsstrafen bis zu zwei Jahren und Geldstrafen gefordert. Die Verteidiger hatten für Geldauflagen und Verwarnungen plädiert. Der Fall musste neu aufgerollt werden, nachdem der Bundesgerichtshof ein erstes Urteil von 2008 kassiert hatte.

Die Neonazis hatten sich nach einem Sturmtrupp der SA benannt. Sie verprügelten in Mittweida Ausländer und alternative Jugendliche. Ihr Ziel war es, in Sachsen eine "national befreite Zone" zu errichten. 2007 wurde Sturm 34 vom sächsischen Innenminister wegen der Gewalttaten der Gruppen und ihrer eindeutigen "Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus" verboten. Allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2007 wurden rund 70 Straftaten gezählt, die von Sturm 34-Mitgliedern ausgingen, darunter Körperverletzungen, Bedrohungen und Volksverhetzung. Zum harten Kern rechneten die Sicherheitsbehörden 24 Personen. Bei einer Großrazzia im April 2007 fanden die Polizisten in 27 Wohnungen Waffen und umfangreiches Propagandamaterial.