Bei einer Razzia gegen Rockergruppen in Berlin und Brandenburg hat die Polizei sieben Haftbefehle vollstreckt. Etwa 1.000 Polizisten durchsuchten etwa 70 Wohnungen, Arbeitsstätten und Vereinsheime, wie die Polizei mitteilte. Auch Drogenspürhunde wurden eingesetzt.

Schwerpunkt der Razzia ist das Klubhaus der Bandidos in Hennigsdorf nördlich von Berlin. Dabei seien Spezialkräfte der GSG 9 im Einsatz gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Bei der Aktion wurde ein Hund erschossen. Präsident des Rockerklubs der Bandidos in Brandenburg ist ein ehemaliger Polizist.

In den vergangenen Tagen hatte es in mehreren Bundesländern Razzien im Rockermilieu gegeben. Am Mittwoch durchsuchten Polizisten in Potsdam zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage einen örtlichen Treffpunkt der Hells Angels. Die Beamten nahmen nach eigenen Angaben die Personalien von zehn Personen auf und stellten eine Machete, vier Messer und Pfefferspray sicher.

Die Aktionen stehen im Zusammenhang mit dem Verbot eines Berliner Ablegers der Hells Angels in der vergangenen Woche. Die Polizei will verhindern, dass sich Rocker auf Brandenburger Gebiet eventuell neu formieren.

Razzien in Nordrhein-Westfalen

Auch in Nordrhein-Westfalen hatte es am Mittwoch Polizeiaktionen gegeben. Beamte untersuchten Räume von Rockerklubs in Krefeld und Willich sowie Wohnungen von Mitgliedern in Krefeld, Köln , Düsseldorf und Solingen.

Hintergrund der Aktion in Nordrhein-Westfalen sind Ermittlungen wegen einer Auseinandersetzung zwischen rund hundert Mitgliedern der verfeindeten Rockerklubs Hells Angels und Bandidos mit drei lebensgefährlich Verletzten im Januar in Mönchengladbach. Durch die Durchsuchungen sollen mögliche weitere Verdächtige identifiziert und Beweismaterial gesichert werden.

Vor zwei Wochen hatte es ähnliche Aktionen in Schleswig-Holstein , Hamburg und Niedersachsen gegeben. Damals waren 1.200 Polizisten im Einsatz gegen Rocker der Kieler Gruppe der Hells Angels . Etwa 80 Objekte – vor allem Bordelle, Gaststätten und Wohnungen – wurden durchsucht.