Die US-Polizei hat den mutmaßlichen Produzenten des islamfeindlichen Videos vernommen, das in der muslimischen Welt Proteste und gewalttätige Krawalle ausgelöst hatte. Ein Polizeisprecher sagte, Nakoula Besseley Nakoula sei am frühen Morgen von Polizisten aus seinem Haus in der kalifornischen Stadt Cerritos abgeholt worden. Zu seiner Tarnung verhüllte sich der Mann mit Mantel, Mütze, Schal und Brille.

Die Polizei brachte Nakoula zum Verhör nach Los Angeles ; er sei aber weder verhaftet noch festgenommen worden, betonte ein Sprecher des Sheriffs. Es sei geprüft werden, ob Nakoula gegen Gesetze verstoßen habe. Die Vernehmung soll nur kurze Zeit gedauert haben. Was dabei herauskam, ist zunächst nicht öffentlich gemacht worden.

Nach Angaben des TV-Senders CNN war Nakoula freiwillig mit den Beamten aufs Revier gegangen. Er verließ es nach mehreren Stunden allein. Der 55-Jährige hat Berichten von US-Medien zufolge eine kriminelle Vergangenheit. Demnach wurde er 2010 wegen Bankbetrugs zu einer Haftstrafe von 21 Monaten verurteilt, aber nach einem Jahr entlassen. Ihm sei auch für fünf Jahre der Zugang zum Internet verboten worden. Einem anderen Medienbericht zufolge befand sich Nakoula im Jahr 2009 wegen des Verdachts auf Sozialbetrug im Visier der US-Justiz.

Ohne Reue, aber mit Schuldgefühl

Nakoula, der als Urheber des Films Innocence of Muslims gilt, ist nach eigenen Angaben ein 55-jähriger koptischer Christ. Am Freitag teilte er mit, die Veröffentlichung des Videos nicht zu bereuen , sich angesichts der Angriffe auf westliche Einrichtungen in der islamischen Welt aber "schuldig" zu fühlen.

Laut New York Times wurde der Film, der den Propheten Mohammed als Frauenheld, Gewalttäter und Päderasten darstellt, im Sommer 2011 in der Nähe von Los Angeles gedreht. Welche Rolle Nakoula dabei gespielt hat, ist allerdings noch nicht bekannt. Einige US-Medien bezeichnen ihn als Filmemacher, andere als Drahtzieher hinter dem Streifen, der in Ausschnitten auf YouTube zu sehen ist.

Außenminister Guido Westerwelle ( FDP ) forderte ein entschiedenes Vorgehen der deutschen Justiz gegen Unterstützer des Videos. Wenn Rechtsradikale das Video auf ihren Webseiten verbreiteten, müssten die Behörden im Rahmen ihrer rechtsstaatlichen Möglichkeiten mit aller Härte dagegen vorgehen, sagte Westerwelle in Saalfeld auf dem Landesparteitag der Thüringer FDP.