Das Land Hessen muss dem Kindsmörder Magnus Gäfgen wegen der Folterdrohung im Polizeiverhör eine Entschädigung von 3.000 Euro zahlen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt zehn Jahre nach Gäfgens Mord an dem Bankierssohn Jakob von Metzler entschieden.

Das Gericht wies damit die Berufung des Landes gegen ein früheres Urteil des Landgerichts Frankfurt ab. Eine Revision ließen die Richter nicht zu.

Die Polizei hatte Gäfgen während der Ermittlungen im Fall Metzler im Verhör Folter angedroht, um das Versteck des entführten Jungen zu erfahren. Das Frankfurter Landgericht hatte im August 2011 entschieden, dass das Land dem verurteilten Kindsmörder deshalb wegen "schwerer Verletzung der Menschenwürde" eine Entschädigung von 3.000 Euro plus Zinsen bezahlen muss .

Lebenslange Haft für Gäfgen

Das Landgericht hatte sich in seinem Urteil auf die Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) stützen müssen. Dieser hatte 2010 festgestellt, dass die Androhung von Folter eine unmenschliche Behandlung im Sinne der Europäischen Menschenrechtskonvention war und ausnahmslos verboten ist.

Gäfgen war 2003 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Richter stellten zudem die Schwere der Schuld fest.