Der langjährige ARD-Fernsehkorrespondent für die arabische Welt, Jörg Armbruster, ist bei Dreharbeiten in der Stadt Aleppo im Norden von Syrien angeschossen worden. Nach Angaben des Südwestrundfunks (SWR) wurde Armbruster nach dem Vorfall zunächst in einem syrischen Krankenhaus notoperiert und dann in die Türkei gebracht. Dort wurde er in einer Klinik ein zweites Mal operiert.

Er sei schwer verletzt, sein Zustand sei jedoch stabil, sagte ein SWR-Sprecher. Gemeinsam mit dem SWR-Hörfunkreporter Martin Durm könnte Armbruster voraussichtlich am Montag nach Deutschland ausgeflogen werden.

Die beiden Journalisten waren den Angaben des SWR zufolge seit Anfang dieser Woche im Gebiet der Freien Syrischen Armee unterwegs, um eine Reportage über die syrischen Aufständischen zu drehen. Armbruster hatte erst im Januar 2013 die Leitung des Auslandsstudios in Kairo abgegeben, von wo aus er mehrere Jahre lang für die ARD und den SWR über die arabische Welt berichtet hatte. Die vor allem aus Deserteuren gebildete Armee führt seit rund zwei Jahren einen bewaffneten Kampf gegen die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad. Im Zuge des Bürgerkrieges wurden nach UN-Schätzungen bereits mehr als 70.000 Menschen getötet.

Kopfgeld auf arabische Journalisten

Heckenschützen in Syrien nehmen zudem auch schon länger keine Rücksicht mehr auf Reporter. Die Arbeit für Journalisten dort wird immer gefährlicher: Zuletzt hat ein in Kuwait lebender Geschäftsmann und Sympathisant von Assad ein Kopfgeld auf arabische Journalisten ausgesetzt. Er kündigte im syrischen Staatsfernsehen an, dass jeder, der in Syrien einen Reporter der Sender Al-Dschasira oder Al-Arabija festnehme, eine Belohnung von umgerechnet etwa 100.000 Euro erhalte. Der Unternehmer warf den Korrespondenten Hetze und damit eine Mitverantwortung an der Gewalt vor.