Die Entscheidung für Jorge Mario Bergoglio als neuen Papst ist nach Angaben von Kardinal Joachim Meisner eine überraschende Wahl gewesen. Auf einer Pressekonferenz nach dem Konklave drückte Meisner seine Skepsis in verschiedenen Varianten aus: "Ich habe mir das natürlich auch vorher anders vorgestellt", sagte Meisner. "An den Kardinal Bergoglio habe ich nicht gedacht." Außerdem formulierte er: "Ich hätte mir einen anderen vorgestellt." Es sei aber ein gutes Zeichen, dass der neue Papst ganz anders sei, als er gedacht habe.

Die Entscheidung für Bergoglio sei ein tagelanger Prozess gewesen und habe sich nach und nach in den Gesprächen und Abstimmungen herauskristallisiert. "Ich glaube, die meisten, die aus dem Konklave rausgegangen sind, die haben gesagt, das hätten wir nicht gedacht", sagte Meisner. Die Kardinäle seien nach dem Ende der Abstimmung aber froh über die Wahl gewesen. Hat Meisner damit aus dem Konklave geplaudert? Hat er das Schweigegebot verletzt?

"Die Regie hat ein anderer geführt"

"Der ist uns wirklich geschenkt und der sei uns auch wirklich herzlich willkommen", sagte Meisner. Das Konklave habe gezeigt: "Die Regie hat ein anderer geführt, nicht wir als Kardinäle.“ Meisner spielte darauf an, dass bei der Wahl eines Papstes Gottes Wille offenbar werden soll.

Franziskus sei ein gebildeter Mann, der auch Deutsch spreche, sagte Meisner. "Er wird uns noch alle überraschen." Er sei gespannt, was Franziskus alles an positiven Dingen in die katholische Kirche einbringen werde.

Mit Kardinal Bergoglio aus Argentinien ist erstmals ein Lateinamerikaner zum Papst gewählt worden. Nie zuvor war zudem ein Jesuit Kirchenoberhaupt.