Die Jury des Henri-Nannen-Preises hat die Journalistin Heike Faller für die beste Reportage des Jahres geehrt. Die Redakteurin des ZEITmagazins hatte den Patienten eines Pädophilie-Präventionsprojektes begleitet, ihr Text "Der Getriebene" erschien im Oktober 2012 im ZEITmagazin.

Als Investigativ-Journalist wurde Wolfgang Kaes vom Bonner General-Anzeiger geehrt. Er entdeckte eine Anzeige, mit der eine Frau 16 Jahre nach ihrem Verschwinden für tot erklärt werden sollte, und ging der Sache nach. Am Ende klärte Kaes den Tod der Frau auf, ihr Exmann wurde wegen Totschlags verurteilt. 

In der Sparte Dokumentation wurden Fabian Gartmann und Sönke Iwersen für einen Handelsblatt -Artikel über den Unternehmer Anton Schlecker ausgezeichnet. Den Preis in der Kategorie "Essay" erhielt der Politikchef der ZEIT, Bernd Ulrich, für einen Reisebericht über deutsche Vergangenheitsbewältigung . Als beste Foto-Reportage wurde Sandra Hoyns Beitrag über Kinder in Thailand ausgezeichnet, die für einen Hungerlohn Boxkämpfe austragen.

Der Preis für Verdienste um die Pressefreiheit ging an René Wappler von der Lausitzer Rundschau für die Berichterstattung über Rechtsextreme. Die Ehrung für das publizistische Lebenswerk erhielt die Herausgeberin der Münchner Abendzeitung , Anneliese Friedmann.

Die 2012 eingestellte Financial Times Deutschland erhielt einen Sonderpreis für ihre letzte Ausgabe. Die Anfang Dezember erschienene FTD -Ausgabe sei "ein Meisterstück des gedruckten Journalismus". Die Redaktion hatte eine schwarze Titelseite mit dem abgewandelten Titel Final Times drucken lassen, die Seiten rückwärts gezählt und ihre besten Geschichten aus fast 13 Jahren resümiert.

Der Nannen-Preis wird vom Magazin stern und dem Verlag Gruner + Jahr vergeben, der die chronisch defizitäre FTD eingestellt hatte. Sie erinnert an stern -Gründer Henri Nannen , der dieses Jahr 100 geworden wäre.