Vier Jahre nach dem Tod des King of Pop ist der Fall Michael Jackson jetzt wieder vor Gericht. Mit der Auswahl der Geschworenen hat in Los Angeles der Prozess gegen den Konzertveranstalter AEG Live begonnen. Jacksons Mutter Katherine und seine drei Kinder haben die Agentur auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagt.

AEG Live trägt den Angehörigen zufolge eine Mitschuld am Tod von Jackson. Sie werfen dem Promoter vor, die Gesundheit des Stars aus Profitsucht aufs Spiel gesetzt zu haben. Obwohl der Veranstalter den labilen Zustand des Sängers kannte, hätte er Jackson nicht geschont. Jackson war am 25. Juni 2009 im Alter von 50 Jahren an einer Überdosis des Betäubungsmittels Propofol gestorben, das ihm sein Leibarzt Conrad Murray verabreicht hatte. Jackson bereitete sich zu diesem Zeitpunkt auf eine Comeback-Konzertreihe vor und litt unter chronischer Schlaflosigkeit.

Die Angehörigen verdächtigen AEG Live, auch Murray unter Druck gesetzt zu haben, seinen Patienten um jeden Preis fit zu halten. E-Mails und vertrauliche Anweisungen der Konzertmanager sollen der Anklage als Beweisstücke dienen.

Der Anwalt des Konzertveranstalters, Marvin Putnam, sagte dem Nachrichtensender CNN vorab, dass Murray von Jackson als persönlicher Arzt eingestellt worden sei. Der Konzertpromoter habe mit dieser Wahl gar nichts zu tun gehabt. Im November 2011 war Murray wegen fahrlässiger Tötung zur Höchststrafe von vier Jahren Haft verurteilt worden.

Sobald die zwölf Geschworenen für den Zivilprozess ausgewählt sind, legen beide Seiten in ihren Eröffnungsplädoyers ihre Argumente dar. Dies könnte noch bis zur kommenden Woche dauern. Der Prozess kann sich nach Einschätzung des Gerichts bis zu drei Monate hinziehen.