Das Oberlandesgericht München erwägt, die Anklagevorwürfe im NSU-Prozess aufzuteilen. Es sei möglicherweise daran zu denken, den Nagelbombenanschlag in der Kölner Keupstraße vom Verfahren abzutrennen, sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl.

Grund sei die Anzahl der Nebenkläger. Da es viele Geschädigte gäbe, die sich dem Prozess noch als Nebenkläger anschließen könnten, regte Götzl an, über eine Aufteilung nachzudenken. In diesem Fall würden alle anderen Vorwürfe vor dem Nagelbombenanschlag in Köln verhandelt werden. Bei dem Anschlag 2004 wurden 22 Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt.

Am zweiten Verhandlungstag war die Anklage gegen Beate Zschäpe verlesen worden. Die mutmaßliche Neonazi-Terroristin schweigt bisher zu den Vorwürfen. Das Gericht hatte zudem den Antrag von Zschäpes Anwälten auf Aussetzung des Verfahrens abgelehnt.

Den Mitgliedern des rechtsextremen Nationalsozialistischen Untergrunds werden zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und mindestens 15 Banküberfälle zur Last gelegt, begangen zwischen 2000 und 2007.