Die US-Pfadfinder erlauben künftig offen homosexuelle Mitglieder in ihren Reihen. Bei ihrem Jahrestreffen in Texas stimmten sie mit 61 Prozent für eine Resolution, die die jahrzehntelange Diskriminierung in der Organisation beendet. "Keinem Jugendlichen darf die Mitgliedschaft alleine aufgrund der sexuellen Orientierung verwehrt werden", heißt es in der Resolution. Die Statuten wurden entsprechend geändert, die neue Regel gilt ab 2014.

Die Frage hatte die Pfadfinder monatelang gespalten, vor allem konservative kirchliche Gruppierungen hatten die Aufnahme offen Homosexueller abgelehnt. Der Umgang mit Homosexualität sei eine "gesellschaftlich ungelöste Angelegenheit", hieß es vom Nationalen Rat der Pfadfinder. Während die Menschen über die entsprechende Politik verschiedener Meinung seien, "können wir alle darin übereinstimmen, dass die Kinder besser aufgehoben sind, wenn sie bei den Pfadfindern sind". Die Regeln für die erwachsenen Leiter der Pfadfindergruppen wurden aber nicht geändert: Unter ihnen werden weiterhin keine Homosexuellen geduldet.

Vor 13 Jahren hatte der Supreme Court den Pfadfindern noch das Recht gegeben, offen Homosexuellen die Mitgliedschaft zu verwehren. Als private Organisation sei das ihr Recht. In der neuen Resolution hieß es nun, die Pfadfinder opferten ihre Mission nicht einem einzelnen spaltenden und gesellschaftlich ungelösten Streitpunkt.

Die 1910 gegründete Organisation der Boy Scouts of America (BSA) ist mit knapp 2,7 Millionen Mitgliedern und mehr als einer Million erwachsenen Unterstützern der größte Jugendverband der USA.