Zwei Nächte hintereinander sind Jugendliche in einem Randbezirk von Stockholm mit der Polizei aneinander geraten. Bei Zusammenstößen in der Vorstadt Husby warfen Jugendliche mit Steinen, sieben Beamte wurden leicht verletzt. Sieben Menschen wurden festgenommen.

Nach Angaben der Polizei entstand schwerer Sachschaden; etwa zehn Autos gingen in Flammen auf, Schaufensterscheiben wurden zerstört. Wegen eines Feuers in einer Garage musste ein Wohnhaus evakuiert werden.

Die Polizei warnte davor, dass sich die Krawalle auf andere Bezirke Stockholms ausweiten könnten. Die etwa 100 Randalierer waren den Angaben nach zumeist junge Immigranten.

Anlass für den Ausbruch der Unruhen am Sonntag bot offenbar ein tödlicher Polizeieinsatz in der vergangenen Woche. Dabei war ein 69 Jahre alter Mann erschossen worden. Aktivisten warfen der Polizei bei einer Pressekonferenz am Montag übertriebene Gewaltanwendung vor und gaben an, von den Beamten als "Herumtreiber" und "Affen" beschimpft worden zu sein.

Im Bezirk Husby wurden in den frühen siebziger Jahren viele Sozialwohnblöcke errichtet. Sie waren Teil des umstrittenen "Millionenprogramms" der schwedischen Regierung, mit dem günstiger Wohnraum geschaffen werden sollte.

Nach Schätzungen haben etwa 80 Prozent der ungefähr 12.000 Bewohner einen Migrationshintergrund. Die Quote der Jugendarbeitslosigkeit gehört zu den höchsten des Landes. Ein im Jahr 2007 gestartetes Sanierungs- und Verschönerungsprogramm kam bislang kaum voran.