Die Stimmenrteilung im Bundesrat bleibt unverändert, wie ein Sprecher ZEIT ONLINE bestätigte. Zwar hätte Hessen nach den Ergebnissen der Volkszählung eine seiner fünf Stimmen im Bundesrat verlieren müssen – denn die Erhebung weist für das Land 5,97 Millionen Einwohner auf. Laut Grundgesetz stehen Ländern mit mehr als sechs Millionen Einwohnern fünf Stimmen im Bundesrat zu.

Das Hessische Statistische Landesamt meldete aber zeitgleich zum Zensus 2011 eine Fortschreibung der Bevölkerungszahl des Landes. Diese ergab für den für den Stichtag 30. Juni 2012 knapp 6,003 Millionen Einwohner. Diese Zahl sei für die Stimmenverteilung maßgeblich, sagte der Bundesratssprecher.

Erste Volkszählung nach mehr als 20 Jahren

Die Einwohner wurden zuletzt 1987 in der damaligen Bundesrepublik und 1981 in der DDR gezählt. Auf der Grundlage der damaligen Ergebnisse wurden die Daten bislang fortgeschrieben und im Laufe der Zeit immer ungenauer. Für den Zensus 2011 wurden rund acht Millionen Bundesbürger befragt. Die Datenerhebung bietet eine detaillierte Momentaufnahme Deutschlands mit Stand 9. Mai 2011. Die nächste Volksbefragung ist – wie in allen EU-Staaten – für das Jahr 2021 geplant.

Die Statistiker sammelten auch umfangreiche Daten zur Wohnungssituation in Deutschland. Sie zählten rund 41 Millionen Wohnungen – 500.000 mehr als bisher veranschlagt. Die Mehrheit wohnt zur Miete. 4,4 Prozent der Wohnungen in Deutschland stehen leer. Im Osten ist die Leerstandsquote höher als im Westen, Spitzenreiter ist Sachsen mit 10 Prozent.