In Pakistan haben Unbekannte neun ausländische Bergsteiger und ihren Bergführer erschossen. Bei den Toten handelt es sich um fünf Ukrainer, drei Chinesen und einen Russen sowie ihren pakistanischer Führer, teilte die Polizei mit. Unbestätigten Medienberichten zufolge soll es noch einen weiteren Toten gegeben haben.

Der Angriff ereignete sich nach Angaben der Behörden in einem Basislager für den Aufstieg zum Nanga Parbat in der Provinz Gilgit-Baltistan. Gegen Mitternacht hatten 15 bewaffnete Angreifer, die als Militärpolizisten verkleidet waren, das Basislager überfallen und die Bergsteiger erschossen, sagte ein Sprecher. Zuerst wurde der pakistanische Bergführer getötet, dann die Touristen. Ein chinesischer Kletterer ist nach Polizeiangaben entkommen.  

Die sunnitische Gruppe Jundullah und die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. Sie habe den Überfall begangen, um die Tötung eines Talibanführers durch eine Drohne im Mai zu rächen, sagte ein Sprecher der Taliban. Ein Sprecher der Jundullah sagte hingegen, der Angriff richtete sich gegen Ausländer, weil sie dem Islam schaden würden. Die Gruppe Jundullah und die Taliban sind wie andere Gruppierungen lose miteinander verbunden.

Als Reaktion auf die Schießerei setzte der pakistanische Innenminister Chaudhry Nisar Ali Khan den Polizeichef der Provinz sowie einen weiteren hochrangigen Provinzvertreter ab. Das ist ein ungewöhnlicher Schritt in Pakistan , wo sich hochrangige Regierungsvertreter nur selten für Sicherheitsmängel verantworten müssen.  

Die Provinz Gilgit-Baltistan liegt an der Grenze zu China . Sie umfasst Teile des Himalaya-Gebirges. Bislang galt die Region als sicher und gehörte zu den wenigen verbliebenen Gebieten mit ausländischem Tourismus. Zwar gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Angriffe von sunnitischen Extremisten auf die schiitische Minderheit, die Tötung der Bergsteiger war jedoch der erste Anschlag auf Touristen.