Der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist im sogenannten Ruby-Prozess zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Der Medienunternehmer stand vor Gericht, weil er Sex mit einer minderjährigen Prostituierten gehabt haben soll.

Dies sahen die Richter als gegeben an. Berlusconi habe für Sex mit einer Minderjährigen bezahlt. Das Mailänder Gericht befand ihn außerdem des Amtsmissbrauchs für schuldig. Das Gericht untersagte ihm, öffentliche Ämter zu bekleiden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil Berufung möglich ist.

Berlusconi hatte eine sexuelle Beziehung zu der unter ihrem Künstlernamen "Ruby die Herzensbrecherin" bekannten Karima El Maroug stets bestritten. Die junge Frau hat ebenfalls wiederholt dementiert, sich prostituiert zu haben. Auch habe sie keine sexuellen Beziehungen zu Berlusconi unterhalten.

Der Vorwurf des Amtsmissbrauchs bezieht sich auf den späteren Umgang mit den Vorwürfen. Der damalige Ministerpräsident soll mit Anrufen bei der Polizei nach einer Festnahme El Marougs im Mai 2010 ihre Freilassung erwirkt haben. Berlusconi hatte erklärt, er habe sie für eine Verwandte des damaligen ägyptischen Staatspräsidenten Hosni Mubarak gehalten.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von sechs Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Es ist der zweite Schuldspruch gegen Berlusconi innerhalb weniger Wochen. Bereits im Mai war er wegen Steuerbetrugs verurteilt worden.

Sollte Berlusconi verurteilt werden, könnte dies auch die italienische Regierung in einige Bedrängnis bringen. Denn der Medienunternehmer ist mit seiner PdL-Partei (Volk der Freiheit) ein wichtiger Partner in der großen Koalition von Ministerpräsident Enrico Letta.