Gustl Mollath muss mindestens noch ein Jahr lang in der Psychiatrie bleiben. Das Landgericht Bayreuth ordnete die Fortdauer der Unterbringung an. Zwar liegen Anträge auf ein Wiederaufnahmeverfahren im Fall Mollath vor. "Umstände, welche die gestellten Wiederaufnahmeanträge bereits jetzt als mit Sicherheit erfolgreich erscheinen lassen würden, vermochte die Kammer nicht zu erkennen", hieß es in der Mitteilung des Gerichts. Mollath wird seit sieben Jahren gegen seinen Willen in der Psychiatrie festgehalten.

Die Kammer sei an das Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth aus dem Jahr 2006 gebunden, hieß es zur Erläuterung in der Mitteilung des Bayreuther Gerichts. Der nächste Prüfungstermin ist erst der 10. Juni 2014. Das Gericht geht zudem davon aus, dass von Mollath "weitere erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten sind".

Der Fall Mollath sorgt seit einigen Monaten für bundesweites Aufsehen. Er war 2006 als paranoid und gemeingefährlich eingestuft und zwangsweise eingewiesen worden. Mollath soll seine geschiedene Frau misshandelt und die Reifen von Dutzenden Autos zerstochen haben, was er bestreitet. Die Einstufung als paranoid ging darauf zurück, dass er in Strafanzeigen auf ein von seiner Exfrau mitbetriebenes Schwarzgeldsystem der HypoVereinsbank hingewiesen hatte. Ein erst im vergangenen Jahr bekannt gewordener interner Bericht der Bank bestätigte seine Vorwürfe zum Teil.

Inzwischen wird über eine Wiederaufnahme seines Falls beraten. Wegen des schleppenden Umgangs der bayerischen Justiz war auch Justizministerin Beate Merk (CSU) unter Druck geraten. Am Montag hatte sich auch der bayerische Landtag mit dem Fall beschäftigt und Mollath angehört.