In Syrien werden drei deutsche Mitarbeiter der Hilfsorganisation Grünhelme vermisst. Sie sollen in der Nacht zum 15. Mai im Norden des Landes nahe der türkischen Grenze entführt worden sein. Das berichtet der Spiegel.

Bei den Vermissten handele sich um einen Industriemechaniker, einen Bautechniker und einen Ingenieur, teilte Grünhelme-Gründer Rupert Neudeck auf der Internetseite seiner Organisation mit. Sie hätten in der Stadt Harem im Distrikt Idlib als erste Helfer aus dem westlichen Ausland gearbeitet und bewusst unter den Menschen der Ortschaft gelebt, heißt es weiter.

Die Organisation sei bislang nicht an die Öffentlichkeit gegangen, "weil wir hofften, unsere Mitarbeiter zu finden und freizubekommen", sagte Neudeck. Er appellierte an das Auswärtige Amt, Kanzlerin Angela Merkel sowie UN- und EU-Organe, "alles im Kontakt mit der syrischen Opposition und mit Damaskus zu tun, um den Aufenthaltsort der drei Entführten zu identifizieren und die Befreiung voranzubringen".

Das Auswärtige Amt bestätigte, dass in Syrien drei Deutsche vermisst werden. Nach Angaben eines Sprechers wurde einen Krisenstab eingerichtet.

Die Grünhelme sind seit 2012 in syrischen Gebieten aktiv, die nicht mehr vom Regime von Präsident Baschar al-Assad kontrolliert werden. Sie wollen beim Wiederaufbau von Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern helfen. Andere Hilfsorganisationen kritisieren die Grünhelme jedoch wegen angeblich mangelhafter Vorbereitung auf die Einsätze.