Die Staatsanwaltschaft München hat gegen Uli Hoeneß Anklage wegen Steuerhinterziehung erhoben. Ob es zu einem Prozess kommt, ist noch unklar. Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München müsse nun darüber entscheiden, ob sie die Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Hoeneß zulässt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Mit einer Entscheidung sei nicht vor Ende September zu rechnen. Das liege zum einen am Umfang der Ermittlungsakten. Zum anderen haben Hoeneß und seine Verteidiger einen Monat Zeit bekommen, um Stellung zu nehmen. 

Weitere Einzelheiten wollte das Gericht unter anderem mit Hinweis auf das Steuergeheimnis nicht bekannt geben.

Der 61-jährige Hoeneß hatte sich im Januar selbst angezeigt . Er habe Einkünfte von einem Konto in der Schweiz verschwiegen, sagte er in einem Interview. Es geht um eine Millionensumme. Hoeneß hatte vergebens auf das Steuerabkommen mit der Schweiz gehofft, das am Widerstand von SPD und Grünen im Bundesrat gescheitert war.

Weil die Selbstanzeige aus formalen Gründen fehlerhaft war, leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren ein und ließ im März Privathaus und Büroräume von Hoeneß durchsuchen. Berichten zufolge lag gegen ihn auch ein Haftbefehl vor, der aber außer Vollzug gesetzt wurde – angeblich gegen Zahlung einer hohen Kaution.  

Hoeneß räumte Fehler ein

Den Steuerbetrug hat Hoeneß in einem ZEIT-Interview Anfang Mai als schweren Fehler bezeichnet. "Ich habe eine große Torheit begangen, einen Riesenfehler, den ich so gut wie möglich korrigieren will", sagte er.

Trotz der Vorwürfe ist Hoeneß nach wie vor Aufsichtsratschef des FC Bayern München. Sein Angebot, das Amt bis zur Klärung seiner Selbstanzeige ruhen zu lassen, hatte der Aufsichtsrat abgelehnt. Der FC wollte sich nach Bekanntwerden der Anklageerhebung nicht dazu äußern.