Nach wochenlanger Geiselhaft sind zwei von drei in Syrien verschleppte deutsche Mitarbeiter der Hilfsorganisation Grünhelme wieder frei. Die beiden seien auf dem Weg nach Deutschland, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. "Sie werden umfassend betreut. Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut."

Noch am Freitagabend sollten die beiden Männer in Frankfurt am Main landen, teilte der Vize-Vorsitzende der Organisation, Aiman Mazyek, über Twitter mit. Derweil dauert die Suche nach einem dritten vermissten Deutschen an. Der Krisenstab im Auswärtigen Amt bemühe sich weiterhin mit Hochdruck um die Klärung seines Verbleibs, sagte der Sprecher.  

Grünhelme-Gründer Rupert Neudeck hatte am vergangenen Samstag öffentlich gemacht, dass die Deutschen in der Nacht zum 15. Mai aus ihrer Wohnung im Ort Harem an der Grenze zur Türkei entführt worden seien. Bei den Verschleppten handelte es sich demnach um einen Ingenieur, einen Industriemechaniker und einen Bautechniker. Der Verbleib des 72-jährigen Ingenieurs, der erst wenige Tage vor der Entführung in der Region eingetroffen war, ist weiterhin ungeklärt.

Auf der Internetseite seiner Organisation hatte Neudeck geschrieben, die drei Grünhelme hätten sich um die örtliche Zivilbevölkerung verdient gemacht. Sie hätten dort nach den Zerstörungen des Krieges als erste Helfer aus dem westlichen Ausland gearbeitet und seien in der Bevölkerung von Harem gern gesehen gewesen. Die Deutschen hätten "auch bewusst unter den Menschen der Ortschaft gelebt".

Die Hilfsorganisation Grünhelme e.V. engagiert sich weltweit in Krisenregionen beim Wiederaufbau zerstörter Einrichtungen. Sie wurde 2003 gegründet und hat ihren Sitz in Troisdorf bei Bonn.