Der Mann blieb ungerührt. Und so kam es zu einem der groteskesten Momente in der langen Geschichte des Guardian: Zwei Sicherheitsexperten des GCHQ beaufsichtigten die Zerstörung von Festplatten im Keller des Guardian, um sicherzugehen, dass in den zerquetschten Metallresten nichts mehr war, was zufällig vorbeischauende chinesische Agenten interessieren könnte. "Jetzt können wir die schwarzen Helikopter zurückpfeifen", scherzte einer, während wir die Reste eines MacBook Pro aufsammelten.  

Whitehall war zufriedengestellt, doch es fühlte sich wie ein besonders sinnloser symbolischer Akt an, ohne jedes Verständnis für das Digitalzeitalter. Wir werden weiter geduldig und sorgfältig über die Snowden-Dokumente berichten, nur eben nicht von London aus. Das Beschlagnahmen von Mirandas Laptop, Telefonen, Festplatten und Kamera wird Greenwalds Arbeit genauso wenig beeinträchtigen.

Der Staat, der einen so eindrucksvollen Überwachungsapparat aufbaut, wird alles tun, um Journalisten daran zu hindern, darüber zu berichten. Die meisten Journalisten verstehen das. Doch ich frage mich, wie viele tatsächlich die grundsätzliche Bedrohung für den Journalismus verstanden haben, den die Idee totaler Überwachung beinhaltet, ob oder wann es dazu kommen sollte – und es sieht zunehmend nach "wann" aus.  

Noch sind wir nicht so weit, doch es könnte schon bald dazu kommen, dass Journalisten keine vertraulichen Quellen mehr haben können. Ein Großteil der Berichterstattung – und das gilt eigentlich für den Großteil des menschlichen Lebens 2013 – hinterlässt zu viele digitale Spuren. Für diejenigen Kollegen, die Snowden verunglimpfen oder die der Meinung sind, Reporter sollten auf das Urteil des Staates vertrauen – in Großbritannien stehen viele von denen seltsamerweise rechts – könnte es eines Tages ein böses Erwachen geben. Eines Tages wird ihre Berichterstattung, ihr Fall, angegriffen werden. Aber wenigstens wissen die Reporter jetzt, dass sie sich von den Transithallen in Heathrow fernhalten sollten.

Erschienen im Guardian