Nach stundenlanger Belagerung durch die österreichische Polizei hat sich ein mutmaßlicher Wilderer, der vier Menschen getötet haben soll, offenbar selbst umgebracht. Die Polizei stürmte einen Bauernhof bei Melk und fand dort am frühen Mittwochmorgen eine verkohlte Leiche, bei der es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um den gesuchten Mann handelte, wie ein Polizeisprecher sagte.

Der Verdächtige war wegen jahrelanger Wilderei gesucht worden. Als zwei Polizisten ihn in der Nacht zum Dienstag an einer Straßensperre festnehmen wollten, soll er diese getötet haben. Auch einen Sanitäter soll er erschossen haben. Ein weiterer Beamter, den der Verdächtige vorübergehend als Geisel genommen hatte, wurde später tot in seinem Streifenwagen gefunden.

Nach einer Verfolgungsjagd hatte sich der Verdächtige auf seinem Gehöft 90 Kilometer westlich von Wien verschanzt. Hunderte Polizisten umstellten daraufhin das Anwesen in Großpriel. Auch Militärhubschrauber und drei Heerespanzer wurden zu dem Großeinsatz beordert.

Beamte des Sondereinsatzkommandos begannen am gestrigen Dienstagabend mit der Durchsuchung des weitläufigen Anwesens. Laut Polizei wurde die verkohlte Leiche Stunden später in einem Geheimversteck im Keller entdeckt. Als die Polizei die Tür zu dem Versteck geöffnet habe, habe es dort gebrannt, sagte ein Sprecher. Nachdem das Feuer gelöscht gewesen sei, "konnte eine verbrannte männliche Leiche entdeckt werden". Ein DNA-Test soll zeigen, ob es sich um den Gesuchten handelt.