Der Chef der pakistanischen Katastrophenschutzbehörde, Muhammad Saeed Aleem, ist bei einem Erkundungsflug über das Erdbebengebiet im Südwesten des Landes beschossen worden. Unbekannte feuerten im Bezirk Awaran zwei Raketen auf den Hubschrauber, verfehlten ihn aber, sagte ein Armeesprecher. Niemand sei verletzt worden, die Maschine blieb unbeschädigt.

An Bord des Helikopters befanden sich neben Aleem weitere ranghohe Militärangehörige. Innenminister Chaudhry Nisar Ali Khan sagte, Hilfslieferungen mit Lebensmitteln und Medikamenten verzögerten sich. Die Rettungskräfte, darunter mehr als 1.200 Soldaten, schränkten ihre Bewegungen nach dem Beschuss des Hubschraubers ein. Bislang hat sich niemand zu dem Angriff bekannt. Die separatistische Befreiungsfront Baluchistans hatte aber zuvor mit Angriffen auf Regierungsvertreter gedroht.

20 Kilometer nördlich von Awaran soll zudem ein Rettungsteam der Armee angegriffen worden sein, hieß es aus Militärkreisen. Niemand sei dabei getötet worden.  Der Ministerpräsident der Region, Abdul Malik Baloch, appellierte an die Rebellen, keine Hilfskonvois anzugreifen.

Die Attacken behindern die Bergungsarbeiten in Beluchistan massiv. Bei dem Erdbeben der Stärke 7,7 am Dienstag kamen nach Behördenangaben etwa 350 Menschen ums Leben, mehr als 500 wurden verletzt. Die Rettungsarbeiten in der dünn besiedelten Gegend kommen nur mühsam voran. Mehr als 100.000 Menschen sind obdachlos geworden.