In der pakistanischen Provinz Baluchistan ist nach dem schweren Erdbeben die Zahl der geborgenen Toten auf 348 gestiegen. Mehr als 500 weitere wurden bei dem Beben der Stärke 7,7 verletzt, das am Dienstag ganze Dörfer im Südwesten des Landes zerstört hatte.

Die Erdstöße waren noch bis in die rund 1.200 Kilometer entfernte indische Hauptstadt Neu Delhi zu spüren. Die betroffenen Gebiete der Provinz gehören zu den ärmsten im Land. Die Rettungsarbeiten dauern an.

Die Armee entsandte rund 1.000 Soldaten in die Krisenregion. Entlegene und dünn besiedelte Regionen werden per Hubschrauber erreicht. Die Behörden rechnen mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen. Zehntausende Bewohner der Region sind von den Folgen des Bebens betroffen.

In Awaran und anderen betroffenen Distrikten rief die Provinzregierung den Notstand aus. Die Zeitung Dawn berichtete unter Berufung auf Behörden, mehr als 80 Prozent der Lehmhäuser in Awaran seien zerstört oder schwer beschädigt worden.

Vor der Küste der pakistanischen Hafenstadt Gwadar entstand durch das Beben eine Insel aus Schlamm. "Die Insel scheint etwa 200 Meter lang, 20 Meter hoch und 100 Meter breit zu sein", zitierte die Online-Ausgabe der Zeitung Dawn Asif Inam vom Nationalen Institut für Ozeanologie in Karachi. Nach Einschätzungen von Experten dürfte die Insel, die rund 400 Kilometer südlich des Epizentrums liegt, in ein paar Monaten wieder vom Meer verschluckt werden.