Es sollte eine Sprengung zur Salzgewinnung sein. Dann trat Kohlendioxid aus und mischte sich mit Salzstaub. Bei der Explosion im Kalischacht Unterbreizbach im thüringischen Wartburgkreis kamen drei Bergleute ums Leben. Das teilte der Betreiber, der Kali- und Steinsalzproduzenten K+S Kali, am Dienstagabend mit. Vier Bergleute, die in etwa 700 Metern Tiefe eingeschlossen waren, konnten zuvor unverletzt aus der Grube gerettet werden.

Die Grubenwehr und die Werksfeuerwehr waren bei der Bergung im Einsatz. Nach dem Vorfall waren die Bergwerke Unterbreizbach und Merkers sowie der Bereich rund um die Schachtanlagen vorsorglich evakuiert worden.

Den Hinterbliebenen sprach das Unternehmen nach dem Unglück sein Beileid aus. Auch Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht ( CDU ) sagte: "Mein ganzes Mitgefühl gilt den Angehörigen der drei Bergleute, die heute ihr Leben verloren haben." Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis, sagte: "Die Öffentlichkeit hat vielfach verdrängt, dass auch heutzutage Bergbau immer noch mit einem Risiko verbunden ist."

Bei der Explosion trat auch über Tage Gas aus. Es kam zu einer starken Staubentwicklung. Bei den Arbeiten sei am Mittag Kohlendioxid freigesetzt worden und habe für eine starke Druckwelle gesorgt, die durch den Schacht und an die Oberfläche gedrungen sei, sagte K+S-Sprecher Michael Wudonig. Gefahr für den kleinen Ort mit seinen etwa 3.800 Einwohnern bestand nach Unternehmensangaben durch die Gasexplosion nicht. 

Das Umweltministerium in Erfurt erklärte nach Angaben des mdr , die Freisetzung von Kohlendioxid sei bei derartigen Sprengungen nicht ungewöhnlich. Auch der Sprecher der K+S Kali GmbH sagte, es sei "Betriebsalltag", dass bei Sprengungen im Gestein eingeschlossenes Kohlendioxid austritt. 

Es sei aber "absolut ungewöhnlich", dass, wie in diesem Fall, schlagartig eine solche Menge Kohlendioxid entweicht, dass das Gas in den Schacht vordringt und über Tage austritt.   

Nach Angaben des mdr gab es schon 1958 einen Kohlendioxid-Ausbruch in der Rhön. Damals sei aus dem Kali-Schacht in Menzengraben bei Eisenach Kohlendioxid ausgetreten. Sechs Bergleute starben. Sie waren demnach bei einer Erkundungsbohrung auf eine Ansammlung von Kohlendioxid gestoßen, das sich dann explosionsartig im Stollen ausgebreitet habe. Im Jahr 2012 starb bei einem ähnlichen Vorfall in einem K+S-Bergwerk in Niedersachsen ein Bergarbeiter. 

Neben Stickstoff und Phosphor ist Kali einer der wichtigsten Nährstoffe zur Düngung von Pflanzen. Um Kali zu gewinnen, muss es aus dem Gestein unter Tage gelöst werden. Das geschieht durch kontrollierte Explosionen. Das abgesprengte Gestein wird dann in einer Fabrik aufbereitet. 

Der Kali-Konzern K+S hat in Hessen , Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen insgesamt sechs Bergwerke.