Hunderte Kenianer haben gegen Gewalt gegen Frauen demonstriert. Sie erzürnten sich darüber, dass eine Gruppe mutmaßlicher Vergewaltiger mit Rasenmähen bestraft wurde. "Was wir wollen? Respekt! Respekt! Respekt! Würde!", skandierte die Menge in Nairobi. Demonstranten trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Gerechtigkeit für Liz". Abgesandte überreichten den Behörden eine Petition mit mehr als einer Million Unterschriften.

Sechs Männer hatten das 16-jährige Mädchen nach Darstellung von Angehörigen im Juni im Westen Kenias angegriffen, vergewaltigt und dann in einen Abwassergraben geworfen. Drei der mutmaßlichen Täter brachten später Dorfbewohner zur Polizei. "Die drei mussten nur den Rasen vor der Polizeistation mähen und wurden kurz darauf wieder freigelassen", sagte die Mutter von Liz der Zeitung Daily Nation.

Die Täter müssten festgenommen werden und die Polizisten Disziplinarstrafen erhalten, forderte die Frauenaktivistin Nebila Abdulmelik. Sie hatte die Unterschriftensammlung auf der Kampagnenplattform Avaaz gestartet.

Die Polizisten hätten versagt, "und wir haben das Gefühl, dass dadurch andere Vergewaltiger ermutigt werden", sagte Abdulmelik. "Wir nutzen den Fall von Liz, um all die anderen Fälle von Gewalt ans Licht zu bringen, die oft nicht den Medien und der Polizei gemeldet werden." 

Mehr als 1,3 Millionen Menschen in Kenia und weltweit haben inzwischen die Petition unterschrieben.

Der ranghohe Polizeibeamte William Thwere sprach am Donnerstag zu den Organisatoren des Protestes. Er versprach, der Fall werde nun untersucht, "mit all der Ernsthaftigkeit, die er verdient".

Liz sitzt im Rollstuhl. Sie erlitt entweder bei der Vergewaltigung oder beim Sturz in den Abwassergraben einen Bruch der Wirbelsäule.