Als Konsequenz aus dem Skandal um die Limburger Bischofsresidenz haben mehrere Bistümer angekündigt, ihre Vermögen offenzulegen. Unter anderem die Bistümer Speyer, Hamburg , Köln , Berlin , Trier , Münster , Essen und Osnabrück wollen Angaben zu ihren Besitztümern machen oder haben dies bereits getan.

Das Bistum Speyer teilte mit, über 46,5 Millionen Euro Vermögen zu verfügen. Es handle sich dabei um ein langfristig angelegtes Stammvermögen, das nicht angetastet werde. Die Erträge aus diesem Vermögen würden für kirchliche und karitative Zwecke verwendet.

Das Bistum Hamburg verfügt nach Angaben eines Sprechers über Rücklagen von 35 Millionen Euro. Diese seien bestimmt für zwei Kinder- und Jugendhäuser, zwei Einrichtungen der Altenhilfe, ein Studentenwohnheim sowie drei katholische Krankenhäuser, an denen das Bistum beteiligt ist. Frei verfügbar seien 7,5 Millionen Euro. Es sei das erste Mal, dass in Hamburg vollständige Angaben über das Vermögen des Bischöflichen Stuhls gemacht werden, sagte der Sprecher.

Der Erzbischöfliche Stuhl in Köln umfasste zum Stichtag am 31.12.2012 ein Vermögen von 166,2 Millionen Euro, wie ein Sprecher des Erzbistums mitteilte. Davon seien 15,4 Millionen Euro Beteiligungen im Bereich der Wohnungswirtschaft, der übrige Teil Immobilien. Aus diesem Vermögen wurden den Angaben zufolge 2012 knapp 9,6 Millionen Euro Erträge erzielt, die zur Mitfinanzierung kirchlicher Aufgaben beitragen.

Bistümer wollen Transparenz schaffen

Auch das Bistum Trier machte Angaben zum Vermögen seines Bischöflichen Stuhls. Das Vermögen dieser Körperschaft des öffentlichen Rechts habe einen bilanziellen Wert von knapp 84 Millionen Euro. Hinzukomme ein Immobilienbestand von 38 Gebäuden, für die aber keine aktuelle Marktbewertung vorliege. Die Erträge des Bischöflichen Stuhls dienten dem Bischof zur Erfüllung seiner Aufgaben, nicht aber seinen privaten Zwecken.

Der Sprecher des Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung , dass sein Bistum Transparenz schaffen wolle. Der Schritt setze aber voraus, dass die Zahlen und diversen Beteiligungen beispielsweise an zahlreichen Kliniken und sozialen Einrichtungen zunächst entsprechend aufbereitet würden. Auch müssten Bewertungsfragen etwa im Bereich von Grundbesitz geklärt werden.

Auch das Ruhrbistum mit Sitz in Essen und das Bistum Münster veröffentlichten vorher geheim gehaltene Vermögen. Diese liegen im niedrigen einstelligen Millionenbereich.

Der Erzbischöfliche Stuhl in Berlin habe keine Besitztümer, die er offenlegen könnte, sagte ein Sprecher. Das liege daran, dass das Erzbistum in der Weimarer Republik, dem Zweiten Weltkrieg und dem geteilten Berlin kaum Möglichkeiten hatte, Ländereien oder große Häuser anzuhäufen.