Bei der Mutter von Maria handelt es sich um jene Roma-Frau, die bulgarische Medien bereits zuvor als Mutter des blonden Mädchens identifiziert hatten. Mit einem DNA-Test konnte nun endgültig geklärt werden, dass die aus der zentral-bulgarischen Stadt Nikolaewo stammende Frau und ihr Mann tatsächlich die Eltern von Maria sind.

Bulgarische Ermittler werfen dem Paar vor, ihr Kind 2009 in Griechenland verkauft zu haben. Die Mutter habe Nachbarn erzählt, dass sie ihre Tochter für umgerechnet 250 Euro verkauft habe. Gegenüber der Polizei erklärte die Frau, sie wisse nicht, ob es sich bei Maria um ihre Tochter handele, es gebe aber tatsächlich Ähnlichkeiten. Sie habe ihr Kind in einer Notsituation und nicht gegen Geld in Griechenland zurückgelassen.

Maria war vor circa einer Woche bei der Kontrolle eines Roma-Lagers in der griechischen Stadt Farsala entdeckt worden. Beamte waren misstrauisch geworden, weil das Mädchen ihren angeblichen Eltern überhaupt nicht ähnelte. Den Angaben der falschen Eltern zufolge wurde ihnen das Kind von der Mutter, einer bulgarischen Roma-Frau, übergeben.     

Um Marias leibliche Eltern aufzuspüren, schalteten die griechischen Behörden die internationale Polizeibehörde Interpol ein. Der Fall ließ rassistische Vorurteile gegen die rund sechs Millionen in der Europäischen Union lebenden Roma und Sinti aufleben.