In Saudi-Arabien hat eine Gruppe von Frauenrechtlerinnen den morgigen Samstag zum Aktionstag gegen das Autofahrverbot für Frauen erklärt. Konservative Religionsgelehrte sprechen von einem "Werk des Teufels und der Amerikaner". Das Innenministerium wittert eine Gefahr für die "Sicherheit und Stabilität" des Landes. Deshalb sind fünf verschiedene Organe der Sicherheitskräfte und der Religionspolizei in Alarmbereitschaft versetzt worden.

Die Frauen wollen in verschiedenen Städten Auto fahren und Demonstrationen organisieren. Die Feministinnen beteuern zwar, mit ihrer Kampagne keine politischen Ziele verfolgen. Sie haben sich sogar extra einen Slogan ausgedacht, in dem sie Respekt für ihre konservativen Widersacher ausdrücken: "Das Autofahren der Frau ist eine Option und keine Verpflichtung."

Doch die konservativen Hardliner sind der Meinung, der Platz der Frau sei ausschließlich am heimischen Herd. Sollten sich Frauen ohne männliche Kontrolle von dort wegbewegen können, würde dies ihrer Ansicht nach der Unmoral Tür und Tor öffnen. Ein Islam-Gelehrter hatte kürzlich sogar behauptet, das Lenken von Fahrzeugen wirke sich negativ auf die Eierstöcke aus.

Islamgelehrte fordern hartes Eingreifen von der Regierung

Saudi-Arabien ist das einzige Land der Welt, das Frauen das Autofahren verbietet. Anders als in vielen anderen islamischen Ländern, hat jede saudische Frau einen männlichen "Vormund", der in rechtlichen und vielen geschäftlichen Angelegenheiten für sie verantwortlich ist. In der Regel ist das der Vater, der Ehemann oder ein Bruder.

Das Innenministerium kündigte am Mittwoch an, man werde mit Härte gegen jeden vorgehen, der "kranken Träumen nachhängt" oder "die Gesellschaft spalten will". Damit reagierte die Regierung auf die Kritik der Islamgelehrten. Am Dienstag hatten sich vor dem Sommerpalast von König Abdullah in Dschidda 150 Religionsgelehrte versammelt, um sich über das Schweigen der Behörden zu den Appellen der Frauen zu beschweren.

Die Aktivistinnen und ihre männlichen Unterstützer wollen sich davon jedoch nicht einschüchtern lassen. Am Donnerstag verbreiteten sie auf Twitter erneut den Aufruf an die Frauen des islamischen Königreiches, sich am Samstag hinter das Steuer zu setzen.

Da es in dem reichen Wüstenstaat keinen funktionierenden öffentlichen Personennahverkehr gibt, macht das Fahrverbot den Alltag für Frauen, die aktiv am Leben teilnehmen wollen, kompliziert. Sie dürfen in dem Land keinen Führerschein machen. Frühere Versuche von Frauenrechtlerinnen, das Fahrverbot zu kippen , schlugen fehl.