In Ungarns Hauptstadt Budapest ist eine Büste des ungarischen Hitler-Verbündeten Miklos Horthy eingeweiht worden. Das Denkmal steht vor einer protestantischen Kirche, deren Pastor für seine rechtsradikalen Positionen bekannt ist. Als Redner bei der Zeremonie traten Abgeordnete der rechtsradikalen Parlamentspartei Jobbik auf, mehrere Hundert Menschen waren als Unterstützer gekommen.

Ihnen standen etwa ebenso viele antifaschistische Gegendemonstranten gegenüber. Polizisten mussten die sich gegenseitig beschimpfenden Gruppen trennen. 

Horthy hatte Ungarn von 1920 bis 1944 autoritär regiert und das Land an der Seite des nationalsozialistischen Deutschlands in den Zweiten Weltkrieg geführt. Im Frühjahr 1944 ließ der ungarische Staat auf Geheiß der SS fast eine halbe Million ungarische Juden nach Auschwitz deportieren.

Sowohl Politiker der rechtsnationalen Regierungspartei Fidesz als auch der oppositionellen Sozialisten verurteilten das neue Horthy-Monument. In den letzten Jahren kam es in Ungarn vermehrt zu fremdenfeindlichen und antisemitischen Vorfällen. Die rechtsextreme Partei Jobbik ist mit 12 Prozent die drittstärkste Kraft im Parlament.