Die protestierenden Flüchtlinge des Berliner Oranienplatzes bekommen eine Winterunterkunft. Die etwa 60 Menschen können von ihrem Camp im Stadtteil Kreuzberg vorübergehend in ein ehemaliges Caritas-Seniorenheim im Wedding umziehen, teilten Berliner Caritasverband, Senatssozialverwaltung und der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit. Sozialsenator Mario Czaja (CDU) sagte, er freue sich über diese "humanitäre Lösung".

Der Caritasverband stellt das Gebäude zur Verfügung und wird die Unterkunft auch betreiben, unterstützt von der Berliner Kältehilfe. Der Umzug soll in den kommenden Tagen stattfinden.

Seit mehr als einem Jahr hatten die Flüchtlinge in einem Protest-Zeltlager gelebt. Sie fordern bessere Bedingungen für Asylsuchende in Deutschland. Jeder Asylbewerber solle als politischer Flüchtling anerkannt, die Residenzpflicht abgeschafft und ein Arbeitsrecht eingeräumt werden. 

Die Protestierenden wollen mit ihrem Protest-Camp nicht nur die Politiker, sondern auch die Bürger auf das Leben von Flüchtlingen in Deutschland aufmerksam machen. Im Laufe des Jahres ließ das Interesse der Bevölkerung nach, ebenso die Spendenbereitschaft.

Zuletzt hatte es Streit zwischen dem Senat und der Kreuzberger Bezirksbürgermeisterin Monika Herrman gegeben, die sich gegenseitig Tatenlosigkeit vorwarfen.

In Berlin leben derzeit fast 8.000 Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften.