Im Libanon sind zwei Deutsche von bewaffneten Männern verschleppt und mittlerweile wieder freigelassen worden. Wie die amtliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete, nahm die Polizei die beiden unmittelbar nach ihrer Freilassung wegen Drogenhandels fest.

Wie die beiden Deutschen freikamen, war zunächst unklar. Die NNA berichtete von einem Schusswechsel und einer versuchten Festnahme der Kidnapper. Dabei sei ein Soldat getötet worden.

Bewaffnete Männer hatten die beiden deutschen Staatsbürger nach Angaben von Sicherheitsbehörden am gestrigen Freitag im Bekaa-Tal verschleppt. Ein Vertreter der Sicherheitsbehörden sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Entführer hätten offensichtlich keine politischen, sondern finanzielle Motive gehabt. Nach seinen Angaben verlangten sie 6.000 Euro Lösegeld. Ein weiterer Behördenvertreter sagte, die Entführten besäßen die deutsche und die libanesische Staatsbürgerschaft.

Deutsche Behörden nehmen Kontakt auf

Zuvor hatte die NNA gemeldet, die beiden Opfer seien "an einen unbekannten Ort gebracht" worden. Die Entführer hätten vergeblich versucht, bei einem Büro für Geldtransfers eine Auszahlung auf den Namen eines der Entführten zu erzwingen. Später riefen die Täter demnach einen Freund der beiden Verschleppten an und forderten Lösegeld.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin sagte, die Botschaft in Beirut und das Außenministerium seien mit dem Fall befasst. "Wir sind mit den beiden Deutschen und mit allen relevanten Stellen in Kontakt", erklärte sie. Die beiden Deutschen befänden sich zur Zeit bei der libanesischen Polizei.

Im Bekaa-Tal gibt es mächtige Clans, die Geiselnahmen als Methode zur Lösung von Konflikten nutzen. Auch werden im Libanon immer öfter Geschäftsleute als Geiseln genommen, um Geld zu erpressen. Die Gefangennahme ausländischer Staatsbürger ist eher ungewöhnlich.