Trotz Finanz- und Schuldenkrise hat sich die Lebensqualität der Deutschen im Unterschied zu vielen europäischen Nachbarn verbessert. Zu diesem Ergebnis kommt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrer Studie How's Life.

61 Prozent der Befragten in Deutschland gaben an, mit ihrem Leben sehr zufrieden zu sein. Das sind acht Prozentpunkte mehr als zu Beginn der Krise 2007. "In den Euro-Krisenländern Griechenland, Spanien und Italien sanken die Werte für Lebenszufriedenheit um bis zu 20 Prozent", teilte die Industriestaatenorganisation mit.

Die OECD stellt in ihrer Studie einen direkten Zusammenhang zwischen Wohlbefinden und der Möglichkeit zu arbeiten sowie den Arbeitsbedingungen her. In vielen Krisenländern leiden die Menschen unter einer Rekordarbeitslosigkeit und klagen mehr über Stress als noch vor 2009. In Deutschland hingegen gibt es erstmals seit der Wiedervereinigung mehr als 42 Millionen Beschäftigte, gleichzeitig war der Anteil der Befragten, die angaben, gestresst zu sein, geringer.

OECD sieht Vertrauen in Bundesregierung gestiegen

Auch Einkommen und Vertrauen in die Bundesregierung haben zugenommen. Die OECD schreibt, das inflationsbereinigte verfügbare Haushaltseinkommen in Deutschland sei zwischen 2007 und 2012 um insgesamt vier Prozent gestiegen, während es in der Euro-Zone im gleichen Zeitraum um zwei Prozent gesunken sei. Die soziale Ungleichheit habe sich im Gegensatz zu vielen anderen Ländern nicht erhöht.

Gefragt nach ihrer voraussichtlichen Zufriedenheit in fünf Jahren blieben die Deutschen vergleichsweise optimistisch. Deutschland gehört zu den sieben der insgesamt 34 OECD-Länder, in denen der Anteil der Optimisten mindestens genauso groß geblieben ist wie 2005.