Die katastrophale Versorgungslage der Taifun-Opfer auf den Philippinen hat zu weiteren Toten geführt. Beim Eindringen in ein Reislager auf der verwüsteten Insel Leyte seien acht Menschen von einer einstürzenden Mauer erschlagen worden, sagte Rex Estoperez, Sprecher der nationalen Nahrungsmittelbehörde.   

Mehrere tausend Menschen hätten am Dienstag in Alangalan rund 100 Kilometer südlich von Tacloban das Lagerhaus gestürmt. Nach Angaben von Estoperez nahmen sie 129.000 Säcke Reis mit einem Gewicht von jeweils 50 Kilogramm mit. "Wir appellieren an diejenigen, die Reissäcke mitgenommen haben, sie mit anderen zu teilen und nicht zu verkaufen", sagte Estoperez.

Die Zahl der Todesopfer des Supertaifuns Haiyan ist weiterhin unklar. Die Katastrophenschutzbehörde gab die Zahl mit 1.833 an. Sie listet nur bestätigte Fälle auf und gibt keine Schätzungen. Viele Menschen werden aber noch vermisst. Präsident Benigno Aquino sagte dem Fernsehsender CNN , er rechne mit 2.000 bis 2.500 Toten. Zwischenzeitlich war von etwa 10.000 Toten die Rede.

Im Notstandsgebiet sind inzwischen mobile Einheiten mit Ärzten und Pflegern unterwegs, um den Menschen Erste Hilfe zu leisten – unter ihnen auch Teams aus Deutschland. Schlechtes Wetter macht die Versorgung der Überlebenden jedoch weiterhin schwierig. In der Region seien nun zwei weitere Flughäfen wieder geöffnet worden, um zusätzliche Hilfsflüge zu ermöglichen, sagten Vertreter der Luftfahrtbehörde.

US-Brigadegeneral Paul Kennedy sagte, seine Truppen würden am Abend am völlig zerstörten Airport von Tacloban Ausrüstung installieren, die Flugzeugen auch nächtliche Landungen ermöglichen soll. Am Flughafen befinden sich auch einige provisorisch eingerichtete Kliniken, die Verletzte notdürftig versorgen. Der Arzt Victoriano Sambale sagte, erstmals seien am Dienstag Hilfslieferungen mit Antibiotika und Betäubungsmitteln gekommen. Bis dahin hätten die Patienten ihre Schmerzen aushalten müssen.  

Schiffe mit Hilfsgütern auf dem Weg ins Katastrophengebiet


Ein norwegisches Schiff mit Versorgungsgütern an Bord verließ die Hauptstadt Manila in Richtung der Katastrophengebiete, dorthin war auch ein Transportflugzeug der australischen Luftwaffe mit einem medizinischen Hilfsteam aus Canberra unterwegs. Auch Marineschiffe Großbritanniens und der USA haben Kurs auf die Region genommen.

Heftiger Regen hat viele der Trümmerfelder, in denen Menschen meist unter freiem Himmel hausen müssen, unter Wasser gesetzt. Der Wetterdienst rechnet in den kommenden Tagen mit weiteren Regenfällen.