Piraterie macht nicht nur die Meere am Horn von Afrika unsicher, sie schadet auch der globalen Wirtschaft. Eine Studie von Weltbank, UN und Interpol zeigt, dass Piraten zwischen 2005 und 2012 bis zu 413 Millionen Dollar Lösegeld erpresst haben. Für die Studie wurden ehemalige Piraten, Banker und Regierungsbeamte befragt, die sich mit dem Problem der Piraterie befassen.

Bei den Piraten, die die Überfälle ausführen und zum Beispiel Handelsschiffe großer Reedereien entführen, landet der Studie zufolge  weniger als 0,1 Prozent des Lösegelds. Für einen Überfall bekommen sie zwischen 30.000 und 75.000 Dollar. Abgezogen würden davon die Kosten für die Versorgung an Bord und die Droge Khat, die die Besatzung oftmals von ihren Auftraggebern erhalte.

Bis zu 75 Prozent des Lösegelds geht dagegen an die Hintermänner. Sie nutzen das Geld unter anderem für den Waffen-, Drogen- und Menschenhandel oder finanzieren Milizen. Der Weltwirtschaft entsteht der Studie zufolge durch die Überfälle jährlich ein Schaden von rund 18 Milliarden Dollar.

Die Piratenüberfälle am Horn von Afrika haben laut der Studie im Jahre 2011 ihren bisherigen Höhepunkt erreicht und sind seitdem zurückgegangen. Die Autoren führen das auf verstärkte Militäreinsätze vor Somalia zurück, darunter auch den EU-Einsatz Atalanta unter Beteiligung der deutschen Marine. Die Angriffe der Piraten in der Region richteten aber nach wie vor beträchtliche Schäden an.