Ein Polizist aus Sachsen soll einen Mann aus Hannover auf dessen eigenen Wunsche getötet, die Leiche zerstückelt und vergraben haben. Der 55-jährige Kriminalbeamte habe sich mit dem 59-Jährigen getroffen, ihn kurz darauf in seiner Wohnung umgebracht und die Leichenteile auf einer Wiese vergraben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Der mutmaßliche Täter habe die Tat zugegeben. Er habe den Beamten die Stellen gezeigt, wo er die Überreste seines Opfers verscharrt habe.

Die beiden Männer hatten sich kurz zuvor im Internet in einem Kannibalen-Forum kennengelernt und offenbar zu der Tat verabredet. Nach Aussagen der Dresdner Ermittler bestritt der mutmaßliche Täter sexuelle oder kannibalistische Motive: Er habe den anderen getötet, weil dieser das gewünscht habe. Mehrere Bekannte des getöteten Mannes hatten der Polizei gesagt, dass dieser schon seit der Jugend die Fantasie gehegt habe, sich von einem Menschen töten und verspeisen zu lassen.

Der Fall weckt Erinnerungen an den Kannibalen von Rotenburg , der 2001 einen Mann aus Berlin mit dessen Einverständnis tötete und Teile der Leiche aß. Er hatte sein Opfer ebenfalls auf einer Kannibalen-Plattform kennengelernt; der Täter wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Menschen mit den grauenvollsten Fantasien

Gegen den jetzt verdächtigen 55 Jahre alten Kriminalhauptkommissar, der für das Landeskriminalamt Sachsen als Schriftsachverständiger arbeitete, wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Der Fall zeige, "wie Menschen mit den grauenvollsten Fantasien im Internet zusammentreffen und dabei ihre Perversionen in immer krasserer Form ausleben", sagte der Dresdner Polizeipräsident Dieter Kroll. 99 Prozent der Betroffenen tauschten aber nur Informationen aus. "In diesem Fall wurden mehrere Grenzen überschritten", sagte Kroll.

Opfer und Täter waren für den 4. November verabredet. In einer E-Mail sollen sie konkret eine Tötung an diesem Tag erwähnt haben. Laut Polizei fuhr das Opfer am Morgen dieses Tages mit dem Bus über Berlin nach Dresden . Zusammen mit dem mutmaßlichen Täter fuhr er dann in ein Wohnhaus nach Reichenau. Nach den bisherigen Ermittlungen wurde der 59-Jährige unmittelbar nach dem Eintreffen mit einem Messer umgebracht.

Der Getötete war Geschäftsführer einer Unternehmensberatung. Am 11. November meldete ihn ein Geschäftspartner als vermisst. Internet-Recherchen der Polizei in Hannover führten schließlich auf die Spur des verdächtigen Kriminalbeamten in Dresden.