Im Nordosten Somalias sind Hunderte Menschen nach einem heftigen Sturm und tagelangem, starkem Regen gestorben. Die Behörden rechnen mit mindestens 300 Toten. Hunderte weitere Menschen würden vermisst, teilte die Regierung der teilautonomen Region Puntland mit.

"Viele Fischer werden vermisst, der Sturm hat ganze Dörfer, Gebäude, Häuser und Boote zerstört", hieß es. Auch zahllose Nutztiere seien durch den Sturm und die Überflutungen gestorben. Das Unwetter machte auch die Hauptverbindungsstraße zwischen Garowe, der Hauptstadt von Puntland, und Bossasso, dem wichtigsten Hafen der Region, unzugänglich. Hilfslieferungen werden dadurch weiter erschwert.

Experten der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO bestätigten, dass die Region schwer getroffen wurde. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen arbeitet nach eigenen Angaben eng mit den Behörden zusammen, um den Bedarf an Unterstützung nach dem Unwetter zu ermessen.

100.000 Nutztiere getötet

Schon am Montag hatte die Regierung von Puntland um internationale Hilfe gebeten. Mehr als 100.000 Nutztiere wurden nach ihren Angaben von den Fluten mitgerissen. Durch den Verlust seien Zehntausende Bauern in ihrem Lebensunterhalt gefährdet. In den betroffenen Gebieten würden dringend Trinkwasser, haltbare Lebensmittel, Arzneimittel, Material für Notunterkünfte und Decken benötigt.

Puntland ist ein Rückzugsort für Piraten, die vor Somalias Küste die internationale Schifffahrt bedrohen. Anders als das benachbarte Somaliland hat sich die verarmte Region nie offiziell von der Zentralregierung in Mogadischu losgesagt, die ohnehin weitgehend einflusslos ist. 1998 erklärte sich Puntland allerdings für autonom und baute seine eigenen Behörden auf. In Somalia herrscht seit dem Sturz von Präsident Siad Barre im Jahr 1991 Bürgerkrieg.