Mehr als 1.200 Menschen sind bei dem Taifun Haiyan auf den Philippinen ums Leben gekommen. Erst allmählich wird deutlich, welche Schäden der Wirbelsturm verursacht hat. Vier Millionen Menschen waren von dem Unwetter betroffen, insgesamt mussten fast 800.000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Allein aus der besonders stark getroffenen Küstenstadt Tacloban würden mindestens 1.000 Tote gemeldet, erklärte das Rote Kreuz. Die philippinischen Behörden gingen zunächst von 100 Toten aus, rechneten aber mit deutlich höheren Zahlen. Die Stadt mit rund 220.000 Einwohnern liegt in der Region, die der Sturm am schwersten getroffen hatte.

Die Armee sei inzwischen in Tacloban und berge die Toten, sagte ein Sprecher. "Es gab in der Region massive Schäden, es steht fast kein Haus mehr", sagte der Sprecher der Behörde für Katastrophenschutz, Reynaldo Balido. "Viele Menschen kamen um." Der Fernsehsender GMA berichtete, dass mehr als 30 Leichen an einem Pier in Tacloban angespült worden seien. Mehr als 20 Todesopfer seien in eine Kirche in der nahe gelegenen Stadt Palo gebracht worden. 

15.000 Soldaten wurden mobilisiert, um die Menschen im Katastrophengebiet zu versorgen. Sie sollten auf dem Land- oder Luftweg Hilfsgüter, Material und Kommunikationsgeräte verteilen. Mancherorts kamen sie nur zu Fuß weiter, weil die Straßen durch Erdrutsche und umgestürzte Bäume versperrt sind.

Der Sturm war mit Böen von mehr als 300 Kilometern pro Stunde über den Inselstaat in Südostasien hinweggezogen und ist damit einer der stärksten Taifune, die jemals auf Land trafen. 

Ein UN-Mitarbeiter verglich den Taifun mit dem Tsunami 2004 . Damals kamen durch Flutwellen 220.000 Menschen ums Leben. "Das letzte Mal, dass ich Zerstörung in diesem Ausmaß gesehen habe, war nach dem Tsunami im Indischen Ozean", sagte Sebastian Rhodes Stampa, der sich in Tacloban aufhält. "Die Verwüstung hat gewaltige Ausmaße. Autos liegen überall verstreut und die Straßen sind voller Schutt und Trümmer."

Taifun Haiyan tobte am Samstag wieder über dem offenen Meer und bewegt sich Richtung Vietnam . Mit seiner riesigen Ausdehnung verlor er dabei etwas an Kraft, doch Meteorologen zufolge könnte er auf seinem Weg über das Südchinesische Meer wieder Fahrt aufnehmen. In Vietnam wurden allein in zwei Provinzen fast 300.000 Menschen in Sicherheit gebracht.