ZEIT ONLINE: Wie ist derzeit die Situation an den Küsten in Schleswig-Holstein, Herr Brunckhorst?

Hendrik Brunckhorst: Der Sturm ist immer noch ordentlich in Gange, hier auf unserem Gerät zeigt er gerade eine Stärke von neun an. Damit hat er sich aber vorerst abgeschwächt, zwischenzeitlich hatten wir auch schon die Zwölf auf der Skala erreicht.

ZEIT ONLINE: Inwiefern entsprach die Sturmflut denn den Vorhersagen, die Sie hatten?

Brunckhorst: Bisher hat das alles ziemlich unseren Vorhersagen entsprochen. Lediglich in Husum hatten wir 3,6 Meter, was zehn bis 20 Zentimeter über dem erwarteten Wert lag. Und je nach Ort sind die Pegel natürlich unterschiedlich hoch, aber die Deiche sind das ja auch. Insgesamt lässt sich aber sagen, dass der Pegel überall noch drei Meter unterhalb der Deichkrone liegt. Es sieht also ganz gut aus.

ZEIT ONLINE: Gibt es derzeit besonders betroffene Gebiete? Deiche, die außergewöhnlich belastet sind?

Brunckhorst: Nein, unsere rund 300 Deichgänger haben alles kontrolliert und es sieht stabil aus. Deshalb haben wir auch keine zusätzlichen Sandsäcke an den Deichen aufgeschichtet. Wir gehen davon, dass die Deiche halten.

Orkan Xaver - Eindrücke des Hochwassers entlang der Elbe in Hamburg Am frühen Donnerstagabend hat Orkan Xaver das Elbwasser über die Hafenkante gedrückt. Eindrücke von der Speicherstadt bis zum Fischmarkt

ZEIT ONLINE: Ab wann können Sie denn sagen, dass das Gröbste überstanden ist?

Brunckhorst: Gegen drei bis vier Uhr in der Frühe wird die zweite Sturmflut ihren Höhepunkt erreichen. Dann werden die Pegel ähnlich hoch sein wie bei der ersten Flut oder sogar höher. Wirklich sicher können wir uns aber erst sein, wenn die Sonne aufgeht. Gegen 10 Uhr erwarten wir dann auch die erste vollständige Rückmeldung. Die dritte Flut dagegen wird schon deutlich schwächer sein.