Angesichts zahlreicher Fälle von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche setzt Papst Franziskus einen Ausschuss für den Schutz der Kinder ein. Die Zusammensetzung des Gremiums soll bald bekannt gegeben werden, sagte der Erzbischof von Boston, Kardinal Sean O'Malley. Es solle Kinder vor sexuellem Missbrauch schützen und den Opfern seelsorgerische Hilfe anbieten. Außerdem werde über die Situation der Opfer berichtet.

Der Papst hatte zuvor unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit der aus acht Kardinälen bestehenden Reformkommission der katholischen Kirche beraten. Die Beratergruppe, der auch der Münchener Erzbischof Reinhard Marx angehört, soll Franziskus laut Auftrag "bei der Regierung der Kirche beraten" und eine Reform der Kurienverfassung erarbeiten.

In den vergangenen Jahren sind Tausende Missbrauchsfälle in mehreren Ländern bekannt geworden, die eine schwere Krise in der katholischen Kirche ausgelöst haben. Papst Franziskus kündigte kurz nach dem Beginn seines Pontifikats im März an, härter gegen Kindesmissbrauch in der Kirche vorzugehen.

Im Juli unterzeichnete er ein Dekret, wonach nun alle Straftaten gegen Minderjährige verfolgt werden sollen – vom Herunterladen kinderpornografischer Inhalte aus dem Internet bis zum sexuellen Missbrauch.