Die Katholische Kirche hat sich nach Einschätzung von Papst Franziskus durch die "zahlreichen Skandale" in ihren Reihen "zum Gespött" der Menschen in aller Welt gemacht.     

"Schämen wir uns?", fragte Franziskus bei der Morgenmesse in seiner Residenz mit Blick auf die "vielen Skandale, die ich nicht einzeln erwähnen will, die aber alle kennen". Überall auf der Welt würden Kirchenkritiker "den Kopf schütteln, wenn wir vorübergehen", fuhr der Papst fort.

Einige der Skandale hätten dazu geführt, dass die Kirche viel Geld zahlen musste. "Und das ist gut so, wir mussten es tun", sagte Franziskus vor dem Hintergrund der Entschädigungszahlungen, die von einigen Landeskirchen an Opfer sexuellen Missbrauchs geleistet wurden. Die Verantwortlichen hätten "keine Verbindung zu Gott" gehabt.

Kritik von UN-Experten

Franziskus äußerte sich, während in Genf der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes über den Missbrauchsskandal in der Katholischen Kirche beriet. Von dort wurde Kritik an dem Umgang des Vatikans mit dem Thema Kindesmissbrauch geäußert. Auch unter Papst Franziskus wage es der Vatikan bislang nicht, sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche vollständig und öffentlich aufzuklären, kritisierte das UN-Komitee bei der Befragung von Erzbischof Silvano Tomasi, der als Gesandter des Heiligen Stuhls auftrat.

Tomasi verwies darauf, dass für die Katholische Kirche gelte, was bereits Papst Johannes Paul II. erklärt habe: Der Vatikan betrachte Kindesmissbrauch durch Kirchenvertreter als Verbrechen und "entsetzliche Sünde vor den Augen Gottes".